Dead Tree at Edge of the Grand Canyon

… sollten wir ihre Botschaft hören und wirklich ernst nehmen. Meist ist der drastische Appell, mit dem körperliche und oder seelische Symptome unsere Aufmerksamkeit einfordern das  Ergebnis einer Entwicklung, die wir lange Zeit nicht wahrhaben wollten und deren frühe Warnsignale wir überhört haben – solange bis es nicht mehr geht. Dann drängt uns die Angst, um unser körperliches oder seelisches Wohlbefinden zum Handeln – und oft ist das auch gut so. 

Die tatsächlichen beruflichen Herausforderungen und Belastungen sind dabei selten die eigentliche Ursache. Meist liegt diese in unserer Beziehung zu uns selbst, unserer erlernten Art, wie wir etwa mit Bedürfnissen, Grenzen und Konflikten umgehen. Nutzen wir den Weckruf eines Burn-Out,  so können wir Wichtiges über uns lernen und den Kurs unseres Lebens korrigieren.

Zunächst sollten wir uns dazu die Entwicklung und Dynamik des Krankheitsverlaufes vergegenwärtigen.

Wir alle brauchen Anerkennung, Wertschätzung und das Gefühl wichtig zu sein. Wird uns dies früh im Leben verwehrt, so bleibt oft gefühlt keine andere Wahl, als uns das was fehlt über Leistung zu erarbeiten. Wir lernen das Leben „leisten“ bedeutet, strengen uns mächtig an und gehen dabei regelmäßig über unsere Grenzen. Leistung bedeutet Anerkennung und verschafft uns das Gefühl, sicher zu sein.  Konflikten gehen wir gerne aus dem Weg, denn die Gefahr von Ablehnung oder Zurückweisung und die Aufgabe emotionale Spannung auszuhalten, macht uns Angst.

Schrittweise leidet so  unsere Beziehung zu uns selbst. Wie verlernen, unsere eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, fühlen uns umso überforderter, je mehr wir arbeiten und leisten. Wo wir zuvor vielleicht Gefühle von Stolz oder Sicherheit erlebt haben, machen sich mehr und mehr Hilflosigkeit oder gar Ohnmacht breit. Sie sind Symptome dafür, dass die Seele „ausgebrannt“ ist und dringend Aufmerksamkeit braucht.

Meist  spielen Körper und Psyche eine ganze Weile mit, bevor sie wirklich Alarm schlagen. Dann  zeigen sich die klassischen Burn-Out Symptome um die Zeit der Lebensmitte in einer Midlife-Krise. Sie können sich jedoch auch bereits deutlich früher bemerkbar machen. Die jüngste Teilnehmerin, die ich mit einer heftigen Burn Out-Symptomatik im Rahmen des ONE Next Step – Training bei ihrem Weg zurück „ins Leben“ begleiten durfte, war 27 Jahre jung.  Sie war zielstrebig  und extrem leistungsorientiert.  Sie war die Beste ihres Faches und die jüngste Industrie-Meisterin in Ihrer Region.  Sie brauchte etwa drei Jahre, um ihre Persönlichkeit so weit zu entwickeln und zu festigen, dass sie ein gesundes Maß zwischen beruflichem Engagement und privater Erfüllung entwickeln konnte.

Nach meiner Erfahrung sind folgende Schritte und Stationen wichtig, um eine Kurskorrektur  weg von dem Gefühl der Überforderung und hin zu einer gesunden und ausgeglichenen Lebenseinstellung zu erlangen.

Einsicht und Betroffenheit

Erst wenn wir begreifen, dass es höchste Zeit zu einer Kurskorrektur ist, entwickeln wir die Entschlossenheit und Kraft, aus alten Gewohnheiten auszubrechen und uns neuen Erfahrungen zu öffnen.

Achtsamkeit und Selbsterkenntnis

Je mehr wir lernen, wahrzunehmen, was uns „gut tut“, je mehr Aufmerksamkeit wir unseren eigenen Bedürfnissen schenken, umso deutlicher spüren wir den Korridor der eigenen Leistungsfähigkeit. Diese Selbsterkenntnis lässt uns sicherer fühlen und vorausschauend handeln.

Grenzen statt Überforderung

Meist gibt es ein Zeitfenster, bevor uns die Überforderung ausknockt. In dem wir lernen, besser auf unsere Bedürfnisse zu achten, gelingt es uns, die Grenzen der eigenen Belastungs- und Leistungsfähigkeit rechtzeitig zu spüren und pro-aktiv zu handeln. Manchmal genügt als erster Schritt dazu eine rechtzeitige Krankschreibung.

Konfliktfähigkeit statt Anpassung 

Die Bereitschaft, Konflikte konstruktiv auszutragen, ist eine der grundlegenden Kompetenzen eines selbstbewussten und erfüllten Lebens. Im Zusammenhang mit einem Burn-Out bedeutet dies meist, Schuldgefühle und das schlechte Gewissen  auszuhalten, das uns beschleicht, wenn wir Grenzen setzen.

Freunde statt Bewunderung 

Je mehr Raum und Bedeutung wir unserem Erleben und Fühlen widmen,  umso mehr gerät unser Privatleben ins Blickfeld. Vielleicht erkennen wir, wie sehr wir Freundschaften und private Kontakte vernachlässigt haben und beleben diese. Oder wir machen es uns zur Aufgabe, neue und wirkliche Freunde in unser Leben einzuladen.

Zeit für Muße und Privates

Vielleicht  ist unser Privatleben im Laufe der Jahre gänzlich unter die Räder gekommen und wir finden nur noch im Job statt. Dann fordert uns das Leben mit einem drohenden Burn-Out auf, dieses Ungleichgewicht  schleunigst zu verändern.  Alle Prioritäten unseres Lebens, all das was uns wichtig erscheint, gehört dann auf den Prüfstand, denn ohne ein erfülltes Privatleben verkümmert unsere Seele.

Gerade dann, wenn Seele und Körper bereits Alarm schlagen, sind wir gut beraten, uns bei diesen notwendigen Veränderungsschritten unterstützen zu lassen. Dies kann durch ein engagiertes Coaching oder eine unterstützende Psychotherapie geschehen. Wenn Sie in kurzer Zeit eine aufrichtige Standortbestimmung und eine nachhaltige Kurskorrektur erreichen wollen, empfehlen wir Ihnen gerne unser ONE Next Step – Training.

Schauen Sie sich gerne auch meinen Text Ausgebrannt – Burned Out  einmal an. Dort beschreibe ich auch die 3 Ressourcen, die uns Halt verleihen, aus dem Konzept der Potenzialentfaltung von Prof. Gerald Hüther.

Herzlich

Ihr Markus Klepper

PS. Weitere Hinweise zur Burn Out – Prävention finden Sie hier: www.sueddeutsche.de/karriere/praevention-wie-kann-ich-ein-burn-out-verhindern-1.2665704.

Bildquelle: Dead Tree at Edge of the Grand Canyon @ Scott Griessel / fotolia

2 Responses to Burn Out – Wenn die Seele um Hilfe ruft …

  1. Matthias Ewald sagt:

    Lieber Markus,

    klar und verständlich, auf die wesentlichen Punkte kommen und das ohne Plattheiten,
    das schätze und liebe ich an Dir und lerne dazu.

    Herzlich Matthias

  2. Markus sagt:

    Danke lieber Kollege!

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